Muso-Ryu

Jiu-Jitsu ist eine Kampfkunst, in Folge dessen, eine Kunst zu kämpfen. Dabei beschränke ich mich hier nicht auf die körperliche Auseinandersetzung mit einem Gegner, sondern meine auch den Kampf mit sich selbst. Muso steht seit Jahrhunderten für den optimalen Zustand eines Kriegers im Kampf. Um diesen zu erreichen, sind nicht nur technisches Geschick und das Verständnis der Techniken gefragt, sondern auch die Geklärtheit mit sich selbst. All das sollte das Ziel sein, das man vor Augen hat: im Geist frei zu sein und nicht mehr in festgesetzten Formen zu denken, sondern einfach eine entstandene Situation wahrnehmen, kontrollieren und verarbeiten.

Andreas und Hannes

Man unterrichtet Formen, Bewegungsabläufe (Katas) und Verhaltensweisen. Diese sind jedoch nur zur körperlichen und geistigen Schulung gedacht. Es ist sozusagen unser Werkzeug. Es sind die Bausteine, die jeder für sich selbst zusammensetzen muss. Jeder Mensch ist ein eigenständiges Individuum und nicht der Mensch soll sich an die Form anpassen, sondern die Form an den Menschen, bis dass man letztendlich formlos ist. Bemerke den feinen Unterschied zwischen keine Form haben und formlos. Das erste ist Ignoranz das zweite Überlegenheit.

Andreas und Hannes

Ein instinktives Körpergefühl erlangt man durch ein kontinuierliches Training. Es hilft uns, unsere wirksamsten und dynamischsten Wege, Kraft, Gleichgewicht in den Bewegungen und den wirtschaftlichsten Einsatz unserer Energie zu erreichen. Nur dann kann man natürlich reagieren, und gespeicherte Verhaltensmuster können als natürliche Reaktion abgerufen werden. Darüber hinaus kann man durch das stetige konzentrierte Üben lernen, seine Emotionen zu kontrollieren. Das ist äußerst wichtig, um in Stresssituationen zu bestehen.

Bei der körperlichen und geistigen Entwicklung ist das stetige Training mit den traditionellen Waffen unabdingbar. Hier übt man sich im korrekten Stand, Ausdruck und prägt seinen Charakter, um die nötige Präsenz im Kampf zu erlangen. Genau diese Erfahrungen des Waffentrainings, dieser Ausdruck, der einen Budoka prägt, ist es, der in die waffenlosen Techniken einfließen muss.

Andreas und Hannes

Wir sollten nie vergessen, dass wir asiatische Kampfkünste betreiben und dementsprechend auch versuchen, die zugehörige Philosophie zu verstehen. Der Kern dieses Verstehens liegt im Geiste jedes einzelnen, doch so lange dieser nicht berührt wird, bleibt alles unsicher und oberflächlich. Lernen ist definitiv nicht nur eine Form der Imitation, auch nicht die Fähigkeit, steifes Wissen anzusammeln und zu wiederholen. Lernen ist ein kontinuierlicher Prozess der Entdeckung, ein endloser Prozess.

Andreas und Hannes

Wahrheit kann nicht verstanden werden, solange wir kein volles Verständnis über uns selbst und unser Potential haben.
Bruce Lee

BUSHIDO bezeichnet den Weg des Kriegers.
KARA heißt leer, aber im Sinne von den Geist frei machen.
SHIN bedeutet, sich mit ganzem Herzen einzulassen.
KEI bedeutet Respekt und Hochachtung untereinander.
KEN heißt Gesundheit und Wohlbefinden (Achtung vor dem Leben).
WAZA ist die Technik, die es zu vervollkommnen gilt.
KI bedeutet Energie, Lebensenergie oder kosmische Energie, die Urkraft, die es gilt, in uns zu wecken.
 
MUSO soll – so gesehen – dies alles beinhalten.
 
Andreas Lorenz

Andreas und Hannes